Dorfgeschichte

Der Name "Sorno"

 

Die Geschichte von Deutsch- Sorno reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück. Erstmals fand das Dorf 1346 urkundlich Erwähnung. Zu dieser Zeit gehörte die Ortschaft noch zum Kloster Dobrilugk und lag auf wendischem Gebiet. Diesem Ursprung hat Sorno auch seinen Namen zu verdanken, der übersetzt soviel bedeutet wie Roggenland (Serno) oder Mühlstein (Sornaw). Beides gab es in Sorno schon immer. Der Zusatz "Deutsch" war notwendig, da in der Nähe von Senftenberg (im Landkreis OSL) ein weiterer Ort diesen Namen trug (mittlerweile weggebaggert) und öfter Sornoer Post zugestellt bekam.

 

Kloster Dobrilugk

 

Sorno - ein Küchendorf

Der rote Stier auf weißem Grund, das Wappentier der Niederlausitz

 

 

In früheren Zeiten war Sorno ein so genanntes "Küchendorf". Das hieß damals, dass neun Bewohner im Kloster Dobrilugk häusliche Arbeiten wie Holzhacken, Wassertragen und Zuckerreiben zu verrichten hatten.

Durch den Pfarrbauer wurden die betreffenden Sornoer benachrichtigt. Außerdem erhielt das Kloster vom Ort Hühner, deren Eier sowie Kuh-, Kalb- und Häringsgeld, was so lange anhielt, bis das Kloster Dobrilugk aufgelöst wurde. Daraufhin kamen die Abgaben dem Schloss Dobrilugk zugute, während die Arbeiten nun an der Königlichen Gemeinde Kleinhof auszuführen waren. Nach 1851 war damit aber auch Schluss.

Mit dem Kloster zu Dobrilugk verband das Dorf schon immer eine enge Beziehung durch die gemeinsame Landesherrschaft. Unterworfen war man zunächst als Teil des Markgrafentums Niederlausitz der Ostmark und von 1136 bis 1312 gehörte die Ortschaft zur Meißnischen Mark. Die wechselhafte Geschichte brachte den Ort dann zunächst wieder in die Hände Brandenburgs (1448). Nach Böhmen als nächste Station, lag Sorno sogar schon auf sächsischem Gebiet, denn der Ort war dem Kurfürstentum Sachsen unterstellt. Seit 1815 gehörte es zu Preußen.

Die Landwirtschaft in Sorno hat eine lange Tradition und versorgte nicht nur die Dorfbewohner sondern unterstützte bis 1851 das Kloster bzw. das Schloss zu Dobrilugk.

 

Schwere Kälteeinbrüche

     

 

Das Wetter spielte bei der Erbringung der landwirtschaftlichen Leistung aber oft nicht mit. Im Frühling des Jahres 1831 wurde z.B. die gesamte Ernte durch überraschenden Frost vernichtet. Auch später sind durch unvermittelt auftretenden Frost Teile der Ernte vernichtet worden (z.B. 1834 und 1838).

In solchen Fällen musste der Bedarf des Ortes durch den Verkauf von Holz, Stroh und Torf gedeckt werden.

Letzterer wurde im Torfstich abgebaut, jedoch erst nach der Auswerfung des Hauptgrabens, der die Trockenlegung dieses Sumpfes ermöglichte. Torf diente früher als Brennmittel und war sehr begehrt.

  

    

 

Brände in Sorno

 

Der Ort Sorno fiel oft dem Feuer zum Opfer. Das jetzige Kirchensiegel z.B. ist ein Andenken an den Brand von 1799, bei dem drei Viertel des Ortes den Flammen erlagen. Das Pfarreigebäude, die Schule, mehrere Gehöfte und Scheunen standen nach diesem Unglück nicht mehr. Die Brandursache war wohl mangelnde Vorsicht bei der Küchenarbeit.

1818 und 1827 wiederholte sich das Unglück aber mit weitaus schwerwiegenderen Folgen als 1799. Nach dem Brand 1827, der wahrscheinlich durch Brandstiftung verursacht wurde, musste fast das gesamte Dorf neu aufgebaut werden.

Die Sornoer konnten sich in diesen harten Zeiten glücklicherweise der Unterstützung durch die Nachbardörfer gewiss sein.

Nach den Bränden sind bis heute 35 neue Häuslernahrungen gegründet worden.

 


Sorno und die Armee

    

 

Wie viele anderen Dörfer auch stand Sorno den vielen durchziehenden Armeen wehrlos gegenüber. 1813 z. B. schlugen das Cudinot`sche Corps sowie das bayerische und württembergische vor den Toren des Ortes ihr Lager auf und plünderten es anschließend. Das nahe gelegene Dorf Luckau ereilte ein ähnliches Schicksal, als die Männer schließlich von uns zu denen zogen. In Kriegszeiten spielte die Kirche in Sorno eine wichtige Rolle. Die Menschen versammelten sich dort um zu beten, zu singen und natürlich auch um die neusten Meldungen aus den Kriegsgebieten zu erfahren. Diese waren besonders begehrt, wenn Sornoer Männer am Kriegsgeschehen teilnehmen mussten.

 

    

     Grenadiere

 

Epidemische Krankheiten im Sorno des 19. Jahrhunderts

 

1819 kam es zur Scharlachepidemie, der einige Kinder erlagen.

1843 starben mehrere Sornoer an Nervenfieber. Genauere Zahlen sind nicht bekannt.

1849 fielen neun Kinder dem Scharlach, Röteln und Keuchhusten zum Opfer.

1856 und 1863 starben drei Kinder an der "Bräune".

1870/71 starben einige Kinder an der Diphtherie.

1872/73 gab es eine Pockenepidemie, an der nicht wenige Menschen starben.

1877 erlagen zehn Kinder dem Scharlachfieber bzw. den Masern.

1886 waren über die Hälfte der Sornoer Schulkinder an den Masern erkrankt.

 

Historische Bestandteile des Dorfes

 

19 Hufengüter  

Gemeindehäuser

2  Halbhufengüter                             

Kirche

Pfarrei

Schule

das Hirten- und Armenhaus

8  Gärtnernahrungen                        

Forsthaus

8  Häusernahrungen

 

Die Evangelische Kirchengemeinde Sorno

Im Jahre 1370 wurde der Ort Sorno zum ersten Mal erwähnt. Das Wort Sorno ist wendisch und bedeutet Serno, was soviel heißt wie "Roggenland". Das heutige Sorno bedeutet Mühlstein. In den Jahren bis 1827 ist Sorno dreimal abgebrannt: am 3.Juni 1799,          30.Juni 1818 und am1.August 1827. Die Kirche ist im Kern ein Feldsteinbau und wurde um 1970 modern verputzt. Im Westturm, der die gleiche Breite hat wie der restliche Bau, ist ein 5/8 Chor einbezogen worden. Die Nord- Sakistei wurde wohl im 15. Jahrhundert erbaut. Nach dem letzten Brand hat man die Kirche von 1827-1832 unter Verwendung der alten Umfassungsmauern neu errichtet. Die Fenster und Rundbogenöffnungen wurden dabei vergrößert. Im Jahre 1920 bekam Sorno drei neue Stahlglocken. Eine der Glocken hat die Innenschrift „Nach des Krieges Schreckensjahren sollst du Frieden uns bewahren“. Bis in die 50er Jahren besaß die Kirche einen großen weißen Taufengel, der aus bisher mysteriösen Gründen verschwunden ist. Die Kirche hat 255 Plätze zur Verfügung, wovon sich 165 Plätze unten und 90 Plätze oben befinden.  

Sornoer Pastoren                                                                                

Roth

1824-1825

Rost

1825-1838

Kruschwitz

1838-1852

Merker

1852-1883

Busch

1886-1888

Langhoff

1888-1929

Winkler

1931-1936

Wegner

1941-1951

Meyer

1952-1956/57

Rohde

1962-1973

Mitschke

1973-1997

Melchior

1997-1999

Oehmichen  
Geese  

Seit dem Jahr 1997 wird die Kirche Sorno von Finsterwalde- Süd verwaltet. 

Am 1.Juli 2001 wurden die Kirche offiziell zu Finsterwalde- Süd eingemeindet 

und von Pfr. Klaus Gese verwaltet.

 

Errungenschaften  

Hier soll kurz aufgezeigt werden, was unsere Kirche mit Hilfe des Partnerortes Lindlar (Saarland) geschaffen haben.

1965

Die Kirche wurde im Inneren renoviert  

1967

Die Kirche bekam eine neue Tür

1968

Es wurde der Gemeinderaum und eine Garage errichtet

1969

Das Pfarrhaus wurde mit neuen Fenstern und Türen renoviert, des weiterem bekam es ein Bad 

1971

In diesen Jahr wurde die Kirche komplett neu verputzt

1972

Der Kirchplatz um die Kirche wurde neu gestaltet und begradigt

1985

Das Pfarrhaus wurde mit einem neuen Dach versehen und die Eingangstür wurde durch eine neue ersetzt

1994

Auch in diesem Jahr wurde ein neues Dach  angebracht, außerdem bekam die Kirche ein vergoldetes Kreuz und eine neuen Außenanstrich

1997

Der Gemeinderaum wird mit einer Elektroheizung ausgestattet

1998

In diesem Jahr wurde der Gemeinderaum renoviert

1999

Das Pfarrhaus wurde mit Gasheizung ausgestattet.

 

Verstehen Sie Sornsch?

 Bekannte umgangssprachliche Wörter in Sorno

  

freien - freuen
henn - hin
neijirich - neugierig
is trippilt - es kommen Regentropfen
wir machen Sauern - wir machen Kartoffelsalat
Jummihanschk - Gummihandschuh
in Hem´ne - ein Hemd
Honich - Honig
wir jen rewwa - wir gehen rüber
gornich - garnicht
Sewalätzchin - ein Sabber – Latz ( Babylatz )
Die wert immer Hepscher - Sie wird schöner
hepsch - hübsch ( schön )
foorn -  fahren
ufn Abtritt jen - auf die Toilette gehen
Heier - jetzt oder heute
Zunt – heite - heute oder gestern
eine Puje - eine Wiege, Kinderbett
der Schower - der Herrenfrisör
a mende - am Ende
jehleiert - geweint
doomols -  damals
 in Ferschten - ein Dachfirst
Zohnorzt - Zahnarzt
Hinner - Hühner
Scheine - Scheune
 Hoff - Hof
 Tiere -  Tiere 
Puckel  -  Rücken
runger - runter
hinger - hinter
ufen - auf den
Kiehe - Kühe
 hommer -  haben wir
Tennbom -   Tannenbaum
Pemme -     Stulle
Hoon -     Hahn
Rooch - Rauch
Wogen - Wagen
hutten wir - hatten wir
met de Pfere - mit den Pferden
derft - dürfen oder dürft
jeld - Geld
Boorn - Brunnen
is kimmt - es kommt
Joore - Jahre
Sunnobend - Sonnabend
Dunnerstag - Donnerstag
Oamt - Abend
Boom - Baum
Wänichen - kleiner Wagen
Melchkanne - Milchkanne
Tellrichen - kleiner Teller
plien -  pflügen
Hillappe - Kopftuch
in Topp - ein Topf
schenner - schöner
Trofe - Dachrinne
Schoffe - Schafe
Kerschen  - Kirschen
Kreize - Kreuz
Kerche - Kirche
Groom - Graben
woa -   war
ene - eine
heite -  heute
eich - euch
homm - haben
moa -   mal
Scherze -   Schürze
in Napp -

                eine Schüssel